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Kein Igel darf grundlos der Natur entnommen werden

Im Herbst richten, erinnert durch die zahlreichen  Medienberichte, viele Leute ihre Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf die Igel, die als Kulturfolger in
unserem Lebensraum zu finden sind und denen man helfen will. Dabei sehen sie schwerpunktmäßig die Grammzahl der Tiere als Maßstab für die
Hilfsbedürftigkeit.

Das ist so nicht richtig. Wir haben von Ende Mai bis in den September hinein, je nach klimatischer Lage, Wurfzeit. Kein Tier wird mit 600 g geboren. Das heißt, dass ein Tier auch nicht nach Kalendermonat aufgenommen werden muss, sondern diese in den Köpfen spukende Grammangabe ist nur relevant, wenn Igel
nach Frosteinbruch noch mit einem Körpergewicht von um die 500 g draußen herumlaufen. Diese Igel haben nicht die nötigen Fettreserven für den Winterschlaf. Dieses immer wieder beschriebene Untergewicht ist meist
krankheitsbedingt und behandlungsbedürftig, wenn die Überwinterung gelingen soll. 
Unabhängig vom Gewicht und Jahreszeit kann ein Igel mager, weil krank oder verletzt sein. Das erfordert sofortige sachkundige Hilfe in einer Igelstation oder beim Tierarzt. Laut Tierschutzgesetz ist es erlaubt,
diese besonders geschützen Tiere nur im Notfall ins Haus zu nehmen, bis sie in der Lage sind, sich draußen selbst zu erhalten. 

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